Wissenswertes über Wassereinlagerungen

Beim häufigen Wiegen kann man oft schockierend feststellen, dass das Gewicht von Tag zu Tag ein wenig schwanken kann. Endlich ein Kilogramm abgenommen, doch am nächsten Morgen ist der verschwundene Kilogramm wieder da – wenn nicht sogar mehr. Frust! Wie kann das sein? Was ist schief gelaufen? Die Antwort ist beruhigend einfach: Kurzfristige Gewichtsschwankungen sind fast immer auf den Wasserhaushalt zurückzuführen! Aus diesem Grund möchte ich Euch in diesem Artikel aufklären, warum Gewichtsschwankungen aufgrund von Wassereinlagerungen vollkommen normal sind und was die Ursachen sein können.

glass-1206584_1280

Der Körper besteht zu 60-70% aus Wasser. Das ist auch der Grund, warum der Wasseranteil des Körpers einen beträchtlichen Einfluss auf das Gesamtgewicht hat. Ein kleines Prozent mehr oder weniger kann da ein halbes Kilogramm ausmachen. Das ist jedoch völlig normal und kann vielfältige Gründe haben.

Einflussfaktoren auf den Wasserhaushalt:

  • Kohlenhydrate: Alle Kohlenhydrate werden im Körper zu Glukose um- bzw. abgebaut, welches zur direkten Energiegewinnung genutzt wird. Überschüssige Glukose wird in den Leber- sowie Muskelzellen in Form von Glykogen gespeichert. 1g Glykogen bindet dabei 2,7-3g Wasser. Der Körper kann ca. 150g Glykogen in der Leber speichern und in den Muskeln – je nach Trainingsniveau – 250-600g. Mehrere Kilo Gewichtsschwankungen durch Glykogeneinlagerungen sind deswegen nicht selten zu beobachten. Bei Leerung der Speicher (Richtwert 400g) wird gleichzeitig um die 1kg Wasser ausgeschwemmt.
    Das ist auch der Grund, warum bei Lowcarb-Diäten – vor allem in Kombination mit dem entsprechendem Training – extrem rasche Gewichtsverluste in den ersten Tagen zu verzeichnen sind. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Fettabnahme, sondern Wasserausschwemmungen. Kohlenhydrate sollten deswegen auch nicht verteufelt werden, da sie wichtige Funktionen für den Körper haben. Welche genau, könnt Ihr hier erfahren.
  • Salz: 8g Salz bindet ca. 1 Liter Wasser im Körper. Schwankungen bei der Salzaufnahme können also ebenso den Wasserhaushalt beeinflussen. Wenn man beispielweise auswärts essen geht und eine Pizza, Fast Food oder sonstige Salzquellen konsumiert, kann häufig mit einer Veränderungen des Gewichts am nächsten Tag gerechnet werden. Diese Veränderung hat aber nichts mit einer Fettzunahme zu tun! Denn nur mit einem Kalorienüberschuss kann Fett angesetzt werden. Und als kleiner Richtwert: Für eine Fettzuunahme von 1kg müssten 7000 Kalorien im Überschuss verzehrt werden. 
  • Stresshormon: Es ist bekannt, dass Cortisol wassereinlagernde Eigenschaften hat. Jede Form von physischer oder psychischer Belastung (darunter zählt auch eine Diät bzw. ein Kaloriendefizit) kann zur Ausschüttung des Stresshormons führen. Deswegen neigen neurotisch veranlagte Personen auch dazu, vermehrt Wasser einzulagern. Wie also schon in dem Post “Was tun wenn das Gewicht stagniert” erwähnt, kann es passieren, dass Wassereinlagerungen den Fettverlust verdecken. Hier können sogenannte Refeeds oder Diätpausen helfen, damit sich der Körper durch eine bewusste Zufuhr an Kohlenhydraten sowie ausreichend Kalorien erholt und der Hormonhaushalt wieder normalisiert wird. Mehrere Kilo Gewichtsverlust “über Nacht” sind keine Seltenheit und der Körper scheidet die überflüssigen Wassereinlagerungen aus.
  • Sport: Zu kurzfristigen Wassereinlagerungen kann es auch führen, wenn viel Sport getrieben wird. Denn nach einer intensiven Trainingseinheit bindet der Körper vermehrt Wasser im Gewebe, sodass man plötzlich mehr wiegt. Diese Gewichtsschwankungen normalisieren sich aber schnell wieder.
  • Weibliche Zyklus: Vor allem in der ersten Zyklushälfte und kurz nach dem Eisprung, kommt es bei einigen Frauen vermehrt zu Wassereinlagerungen. Sie entstehen durch ein Hormonungleichgewicht zugunsten des Östrogens. Wenn das weibliche Hormon Progesteron zu niedrig ist und das Östrogen dominiert (Östrogen-Dominanz), kann es zu einer Gewichtszunahme von bis zu 4kg kommen. Ein Grund, warum Frauen die Zahlen auf der Waage eher kritisch betrachten sollten.
  • Alkohol: Alkohol hat hingegen eine entwässernde Wirkung und kann eine Dehydrierung verursachen. Das ist auch der Grund, warum man nach ein paar alkoholischen Getränken ständig auf Toilette muss. Alkohol führt also zu einer Abnahme des Wasserhaushalts. Aber Achtung beim Alkoholkonsum. Dieser kann erheblichen Einfluss auf das jeweilige Ziel haben. Näheres könnt Ihr hier nachlesen.

Fazit:

Wassereinlagerungen verschiedener Art verzerren die Gewichtsmessung oftmals stark. Nicht nur die tägliche Ernährung, sondern auch emotionaler Stress und der Hormonhaushalt beeinflussen den Wasserhaushalt enorm. Das ist auch der Grund, warum die Waage ein schlechter Ratgeber ist, um eine Fettabnahme beurteilen zu können. Es ist wichtig zu wissen, dass Gewichtsschwankungen – vor allem bei Frauen – vollkommen normal sind und man sich deswegen auch auf gar keinen Fall stressen sollte.

Bis dahin liebste Grüße,

Eure Luisa

8 Kommentare

An Diskussionen teilnehmen.

Katharinaantworten
26. Juni 2016 um 21:29

Sehr gelungener Post und endlich weiß ich mal bescheid! 😀
Vielen Dank für diesen informativen Beitrag.
Liebe Grüße,
Katharina

Luisa Hussantworten
26. Juni 2016 um 23:40
– Als Antwort auf: Katharina

Ich danke dir Katharina.
Freut mich sehr zu hören!
Ganz lieben Gruß zurück,
Luisa

briseantworten
27. Juni 2016 um 11:41

Spitze! Dankeschön für den Post, du machst das so klasse 🙂

Luisa Hussantworten
27. Juni 2016 um 17:52
– Als Antwort auf: brise

Ich danke dir für dein Feedback :))

veg.fruitiaantworten
27. Juni 2016 um 20:36

Toller Beitrag Luisa! Jetzt ist man um einiges gescheiter 🙂

Liebe Grüsse veg.fruitia

Luisa Hussantworten
27. Juni 2016 um 20:41
– Als Antwort auf: veg.fruitia

Ich danke dir Liebes :))

Lindaantworten
24. Oktober 2016 um 8:44

Toller Blogpost! Vielen Dank für deine super tollen Ratschläge und Tipps 🙂

Luisa Hussantworten
24. Oktober 2016 um 19:41
– Als Antwort auf: Linda

Und ich danke dir für dein Feedback! :))

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen